Ein Abenteuer im Linienbus (März 2001) Von Gällivare nach Ritsem fährt man 184 km durch die nordschwedische Wildnis, zuerst 42 km auf dem Inlandsvägen, bis man an die Verzweigung kommt, an der der Sjöfallsleden beginnt, eine kleinere Straße, die als Zugang zu den Wasserkraftwerken ausgebaut wurde. Die Busverbindung nach Kebnats, Stora Sjöfallet und Ritsem wird im Sommer von Wanderern genutzt, um zu den großen Wanderwegen Kungsleden und Padjelantaleden zu kommen, auf denen man im Winter auch Skitouren unternehmen kann. SchneepflugAn der Abzweigung vom Inlandsvägen bis nach Ritsem am Ende des Sjöfallsleden sind es 142 km, auf denen man weder einen richtigen Ort noch eine andere Siedlung passiert. Dennoch wird die Straße täglich geräumt. Sie wird im Winter von Bussen genutzt, von den Angestellten der Vattenfall, die die Wasserkraftwerke betreibt, von Einheimischen, die ihre Schneeskooter auf Anhängern transportieren, und natürlich auch von Rentieren und Elchen.
Bei KebnatsTatsächlich haben wir bei Wanderungen in Schweden nur selten einen Elch gesehen, dagegen war es recht häufig, daß einer auf der Straße herumlief, wenn wir mit dem Bus unterwegs waren. Auf der Straße kommt man eben auch als Elch schneller voran als im Wald, und dieser hier machte offensichtlich nur ungern Platz. Nach 78 km Fahrt erreicht man Kebnats, die erste Haltestelle, von der im Sommer ein Boot zur STF-Fjällstation Saltoluokta geht. Der Bus brachte einige Vorräte für die Station, die direkt an der Straße auf den Schneeskooter umgeladen wurden. Wir kamen aus Saltoluokta Fjällstation und stiegen hier in den Bus, um nach Ritsem mitzufahren. Von Kebnats ist es nicht weit bis Stora Sjöfallet, einer Touristenanlage mit Hotel, Campingplatz und Restaurant. Wir kannten sie von einigen Aufenthalten in früheren Jahren. Die Fahrt wird hier für eine Weile unterbrochen, und wir nutzen die Pause ebenso wie der Busfahrer für einen Kaffee im Restaurant. Nach dieser Abwechslung setzen wir die Fahrt fort. Windrad bei SuorvaEin weiterer Stop ist an der STF-Hütte Vakkotavare vorgesehen, dem südlichen Ende eines Kungsleden-Abschnitts. Es ist Zeit für einen Schwatz mit dem Hüttenwirt. Heute sind keine Gäste in der Hütte, die richtige Saison für Skitouren hat noch nicht begonnen. So sind wir an diesem Tag vielleicht die einzigen Menschen, die die Einsamkeit von Vakkotavare unterbrechen. Wir setzten die Fahrt nach Sourva fort, dem Damm, der den Akkajaure aufstaut. Hier, wo große Mengen Energie aus Wasserkraft gewonnen werden, dreht sich nun ein einsames Windrad. Es dient einem Test, mit dem untersucht werden soll, ob es sich lohnt, hier eine größere Anlage aufzubauen. SvallisHunderte von großen Felsen liegen am Rande der Straße unterhalb des Steilhangs, und selten denkt man darüber nach, daß alle irgendwann einmal von oben heruntergefallen sind. Der Fels im linken Bild zeigt das sehr anschaulich, denn er fiel im Frühsommer 1998 herunter, und das genau auf die Straße in der Nähe von Suorva. Es wäre zu aufwendig gewesen, ihn zu zerkleinern oder sonstwie abzutransportieren, so hat man einfach die Straße verlegt. Svallis, kleine Wasserfälle, die den Abhang herunterkommen, machten bisweilen aus der Straße eine Rutschbahn. Wie der Busfahrer uns sagt, kann das Eis meterdick werden. Geschickt steuert er den Bus über diese Passagen, die einem normalen PKW wohl gelegentlich Probleme bereiten können. AkkaWir nähern uns dem Ziel unserer Reise, die Akka tauchte auf. Im schwindenden Tageslicht sahen wir das markante Profil vor dem roten Himmel. Gerade zu Beginn der Dunkelheit erreichen wir Ritsem. |