![]() Kungsleden Hemavan - Ammarnäs: Einleitung von Kurt Bangert und Carola Bläsing-Bangert Unsere Nichte Paula (9) und unser Neffe Daniel (11) hatten die Dias von einigen unserer Wandertouren in Nordschweden gesehen, und sie hatten Interesse gezeigt, einmal eine Tour mit uns zu machen. Paula war eigentlich erst 8, aber sie hatte am ersten Tag der Tour Geburtstag und wurde 9. Die Kinder waren zuversichtlich, die Eltern, das sind Carolas Schwester Ute und unser Schwager Gisbert, waren vielleicht etwas skeptischer. Carola und ich hatten in den letzten Jahren knappe 1000 km mit dem Rucksack in Nordschweden gewandert, für die anderen würde es allerdings die erste Tour dieser Art werden. Vor allen Dingen wollten wir es so gestalten, daß auch die Kinder die Tour genießen konnten, und daher sollten die Anforderungen der Strecke nur so hoch sein, daß die Rucksäcke nicht zu schwer und die Tagesetappen nicht zu lang waren. Im Sommer 1999 gab es eine günstige Ferienkonstellation, und so konnten wir schließlich eine gemeinsame Tour planen. Leider konnten wir nicht nach und nach auf kleineren Wanderungen Erfahrung sammeln, doch es mußte auch so gehen. Gegenüber unseren anderen Touren reduzierten wir das Gewicht unserer Rucksäcke, indem wir Zelt, Kocher und einiges andere zu Hause ließen. Damit auch für die Kinder nicht zu viel Gepäck anfiel, sollten sie nur leichte Jugendherbergs-Schlafsäcke mitnehmen, denn in den Hütten gab es ja genügend Decken. So hatten wir Reserven, um mehr Proviant unterzubringen, und eventuell einen Teil der Ausrüstung der Kinder zu übernehmen. Als Strecke suchten wir die Kungsleden - Teilstrecke von Hemavan nach Ammarnäs aus. Sie erschien uns aus vielen Gründen optimal. Wir waren sie wenige Monate vorher mit Skiern gegangen (siehe Wintertouren) und hatten sie noch gut in Erinnerung. Die Buslinien, Unterkünfte und vieles mehr waren uns noch sehr geläufig. Die Abstände zwischen den Hütten waren kurz, so daß wir die tägliche Wanderzeit auf maximal etwa 4 Stunden beschränken konnten. Man kann auf jeder Hütte Essen nachkaufen und daher das Gewicht beschränken. Die Möglichkeit, zwei der Tagesetappen teilweise mit dem Boot zu fahren, wollten wir ausnutzen, um uns etwas Abwechslung und Erholung zu gönnen. Da die Kinder nicht unbedingt das gleiche essen würden wie wir, hatten wir vor der Tour verschiedenes mit Ihnen ausprobiert, und Carola hatte eine Proviantliste zusammengestellt, die man hier lesen kann. Trotz des nicht sehr günstigen Wetters in der zweiten Augusthälfte, es war nämlich nur wenige Grade über null und meist bedeckt, wurde es eine schöne Tour. Probleme gab es eigentlich keine. Etwas unerwartet für uns war, daß die Hütten durchweg voll waren. Meist wird ja gesagt, der südliche Kungsleden sei wenig begangen, und wir waren ja eigentlich in der Nachsaison, eine Woche vor dem Ende der Hüttensaison. Doch schien das hier keine Rolle zu spielen. Mir schien, daß auch die meisten anderen Wanderer aus dem gleichen Grund hier waren wie wir: nämlich weil die Strecke, wie oben beschrieben, vergleichsweise einfach ist. Dadurch und durch mehrere "Quereinstiege" scheint sie für schwedische Wanderer als Kurztour besonders attraktiv zu sein. |