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Stora Sjöfallet - Porjus (- Gällivare -
Kiruna (Bus))
Freitag, 7.6.2002
Heute ist es leider so weit, wir müssen zurück nach
Kiruna. Alles ist verpackt, und wir verabschieden uns von der
vielleicht schönsten Ecke Schwedens, in der wir so viele
wundervolle Tage verlebt haben. Wir gehen die Fahrt ruhig an,
bis Kebnats müssen wir einige Steigungen bewältigen,
danach wird es flacher werden. Eine Wolkendecke verzieht sich
bald. Die Sonne brennt. Um Gewicht zu sparen, haben wir im Vertrauen
auf die Quelle von Kirjaluokta kein
Wasser mitgenommen. Nach 25 km erreichen wir Kirjaluokta und
füllen nun an der Kallkälla sämtliche Flaschen
auf. Dann geht es weiter.
Heute, am Freitag, dauert es 1 Stunde und 40 min, bis das
erste Auto auftaucht, ein Kleinlaster mit drei Männern,
die aus Richtung Porjus kommen, freundlich hupen und uns zuwinken.
Danach sehen wir wieder für lange Zeit kein Auto mehr, wir
nehmen daher beide Spuren der Straße für uns in Anspruch.
Die Räder fliegen scheinbar mühelos dahin, ein unvergleichliches
Gefühl wie in einem Traum, das wir für viele Kilometer
genießen. Lediglich einige
Rentiere holen uns in ab und zu in die Realität zurück.
Meist verschwinden sie schnell von der Straße. Doch eine
größere Gruppe bleibt mitten auf der Straße
stehen und blickt uns fragend an. Wir blicken ebenso fragend
zurück. Schließlich taucht der Chef der Herde auf,
erkennbar am größten Geweih, und ordnet an, daß
die Straße für uns geräumt wird. Wir bedanken
uns freundlich.
Nach über 50 km sehen wir wieder den See durch die Bäume,
legen eine Rast ein und setzen uns an den Strand. Danach fahren
wir bis zur Abzweigung zum Inlandsvägen durch. Dort reiben
wir uns an der Bushaltestelle mit einem nassen
Waschlappen den Schweiß ab und ziehen uns neue Kleidung
an. Wir fühlen uns erfrischt und sicherlich wird es auch
unsere Sitznachbarn im Inlandsexpressen freuen. Die 6
km abwärts nach Porjus sind danach schnell gefahren.
Wir haben noch viel Zeitreserve bis zur Abfahrt des Busses
und gehen erst einmal essen. Am Grilli bestelle ich Köttbullar
(Fleischklößchen) mit Tomatensoße. 16 Stück
sind auf der Speisekarte angekündigt. Das ist nicht übertrieben.
Die ersten 12 schaffe ich ohne Mühe, der Rest kostet etwas
Anstrengung, läßt sich aber bewältigen.
Nach dem Essen sehen wir uns im Dorf um und besuchen auch
Birgit Thunborg, die mit ihrem Mann hier in Porjus einen kleinen
Laden und Versandhandel betreibt (Link
zur Homepage). Dort können wir unsere Vorräte an
getrocknetem und geräuchertem Rentierfleisch auffrischen.
Rechtzeitig begeben wir uns wieder zur Bushaltestelle. Oft wären
wir auf Wanderungen dankbar gewesen für eine Viertelstunde
Sonnenschein, doch jetzt brennt die Sonne so sehr vom Himmel,
daß wir froh sind, als sie endlich hinter einem Haus verschwindet.
Trotz Sonnenschutz habe ich an verschiedenen Stellen einen deutlichen
Sonnenbrand.
Der Inlandsexpressen kommt verspätet, und die
Zeit ist knapp, aber der Fahrer bleibt freundlich wie immer.
Außer unseren Rädern muß noch allerhand anderes
Gepäck verstaut und ausgeladen werden. Bis Gällivare
holen wir die Verspätung teilweise auf und erreichen den
Polstjärnan nach Kiruna. Um 20.00 Uhr sind wir pünktlich
in Kiruna.
Auf der Busfahrt lernten wir auch einen deutschen Radfahrer
kennen, der bereits von Bayern bis hier oben hin gefahren war,
und einen Schweden, der sehr gut Deutsch sprach. Leider habe
ich die Visitenkarte nicht mehr gefunden und hoffe, daß
die beiden sich irgendwann einmal bei uns melden.
Unsere erste Fahrradtour in Nordskandinavien ist zu Ende.
Rückblickend war sie so traumhaft schön, wie man es
sich kaum vorstellen kann. Alles war einfach nur perfekt. Natürlich
werden wir wieder eine Fahrradtour hier im Norden machen, doch
wiederholen kann man eine Tour wie diese sicher nicht.
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